Schloss Diedersdorf

Auf dem Rückweg von einer Fachkonferenz in Seddin nach Berlin sah ich entlang der Straße ein touristisches Hinweisschild, auf dem ein hübsches kleines Schloss silhouettenhaft abgebildet war. Bevor der Abend an diesem schönen Frühlingstage einbräche, hatte ich noch einige Stunden Zeit. Meine Kamera lag wartend auf dem Rücksitz. Zum Glück war ich am frühen Morgen vorausschauend genug gewesen, diese mitzunehmen. Ich gratulierte mir innerlich zu diesem frühmorgendlichen Optimismus, den ich mit Sicherheit meiner stark überzuckerten Tasse Kaffee zu verdanken hatte und bog an der nächsten Kreuzung kurzentschlossen ab. Unter Protest meines Navigationsgerätes, welches mich mit freundlich autoritärer Stimme dazu überreden wollte bei nächster Gelegenheit bitte zu wenden, folgte ich stur den Hinweisschildern zum Schloss. Man muss auch mal „nein“ sagen können und Anweisungen nicht befolgen surrte es in meinem Kopf. Schmunzelnd und mit einer Portion Selbstironie versehen, gratulierte ich mir zum zweiten Mal an diesem Tage selbst und klopfte mir auf die Schultern. Weiterlesen

Müggelsee und Müggelberge

Vor einigen Wochen, zu dem Zeitpunkt an dem uns der Frühling die ersten warmen Sonnenstrahlen schenkte, die Natur langsam erwachte und das erste zarte Grün an den Bäumen sproß, packte ich an einem Wochenende meine Kamera ein und fuhr zum Müggelsee raus.

Ein guter Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen rund um den Müggelsee schien mir das Restaurant Rübezahl zu sein. Nach meiner Ankunft und einer kurzen Stärkung im Biergarten begab ich mich auf Motivsuche am Ufer. Knorrige Bäume, sumpfige Böden, Schilf und immer wieder die glitzernde Oberfläche des Sees wollten betrachtet und eingefangen werden.
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Doch nicht nur der Müggelsee, an dessen Ufer ich noch ein wenig mit unterschiedlichen Belichtungszeiten herumexperimentierte, stand heute auf meinem Tagesprogramm. Ich wollte an diesem schönen Tag noch hoch hinaus. Unweit des Sees erheben sich in südlicher Richtung die Müggelberge, die mich mit einer grandiosen Sicht über die ausgehnte Wälder- und Seenlandschaft belohnen sollten. Zunächst überquerte ich vom Parkplatz ausgehend den Müggelheimer Damm und folgte dem Naturlehrpfad zum nahe gelegenen Teufelssee. Dieser ist genau genommen ein Hochmoor, welches während der letzten Eiszeit entstanden ist. Vor allem nach Regengüssen offenbart sich der Zauber dieses wunderschönen Ortes. Auch wenn an jenem Tage der Boden unter meinen Füßen trocken blieb, war ich doch froh, dass ich den See nicht ebenerdig sondern auf den angelegten Holzstegen umrunden konnte.

Vom Teufelssee aus gelangte ich zu einer Treppe, die mich schließlich auf den kleinen Müggelberg führen sollte. Sein größerer Bruder, der große Müggelberg, ist mit seinen 115 m übrigens die höchste natürliche Erhebung in Berlin. Auf seinem Buckel wurde eine Sendeanlage mit einem Turm erbaut, der ursprünglich der Fernsehturm in Berlin werden sollte. Dieser Bereich ist für Besucher jedoch nicht zugänglich. Einen ohnehin besseren Ausblick hat man vom kleinen Müggelberg aus, auf dem der heute unter Denkmalschutz stehende Müggelturm steht. Der Aufstieg und der Ausblick bildeten den Abschluss meines kleinen Ausfluges zum Müggelsee.

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Treptower Park

Mein letzter Streifzug durch das grüne Berlin führte mich durch den südlich gelegenen Teil des Treptower Parks im Stadtbezirk Alt-Treptow. Wer das trubelige Spreeufer Richtung Süden verlässt und die Puschkinallee mit seinen alten und hochgewachsenen Platanen überquert, dem eröffnet sich der weitaus größere Teil der Parkanlage mit seinen weitläufigen Grünflächen und Liegewiesen. Für geschichtlich Interessierte ist das sowjetisches Ehrenmal ein absolutes Muss. Die Anlage wurde nach Kriegsende im Auftrag der sowjetischen Truppen in Gedenken an die gefallenen Soldaten der Roten Armee errichtet und ist mit seinen 100.000 Quadratmetern die größte seiner Art in Deutschland.

Verlässt man die Gedenkstätte in südöstliche Richtung erreicht man den verwunschenen Karpfenteich mit seiner Skulptur „Meeresgrund“ von Otto Petri. Folgt man dem Heidekampgraben mit seinen drei kleinen Brücken gelangt man zum Gasthof Zenner und wieder zurück ans Spreeufer.

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Spandauer Vorstadt Berlin Mitte

Ein Rundgang durch die alte Spandauer Vorstadt in Berlin Mitte ist ein Muss für jeden Berlin Besucher. Zahlreiche Geschäfte, Galerien, Cafés und Theater laden zu einem längeren Verbleib ein. Ich begann meinen kleinen Streifzug am S-Bahnhof Hackescher Markt. Allein schon dem Bahnhof mit seinen schönen Jugendstilelementen sollte man einen Moment seiner Aufmerksamkeit widmen. Mein Weg führte mich weiter durch die  Hackeschen Höfe mit seinen begrünten Innenhöfen, die den Besucher zum flanieren und verweilen einladen.

Immer wieder lohnt sich auch der Blick nach oben. Bunte Wandkacheln, überwuchernde Natur oder neckische Blumenarrangements verzieren die alten Hauswände. In den Rosenhöfen sollte man unbedingt auch der wunderschönen  Wendeltreppe mit ihrem liebevoll ausgeschmückten Treppengeländer Beachtung schenken. Unmittelbar angrenzend zu den Hackeschen Höfen befindet sich in der Sophienstraße die Sophienkirche mit ihrem barocken Kirchturm und einem kleinen umgebenden Kirchhof.